Warum dieses Projekt?

Ausgangslage

Der Landkreis Wittmund ist mit ca. 57.000 Einwohnern zweitkleinster Landkreis in Niedersachsen. Er liegt im Nordwesten des Landes, unmittelbar an der niedersächsischen Nordseeküste und gehört gemäß Klassifikation des BBSR zu den ländlich peripheren bis sehr peripheren Räumen. Damit korrespondieren eine vergleichsweise sehr geringe Bevölkerungsdichte (fünfkleinste in Niedersachsen), eine ungünstige verkehrsmäßige Anbindung und eine besondere Strukturschwäche. Im Hinblick auf die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, verfügbare Einkommen und der Steuereinnahmekraft gehört der Landkreis zu den niedersächsischen Schlusslichtern. 

Die geografische Entwicklung weist angesichts einer deutlich steigenden Zahl älterer Menschen und deutlich weniger Kinder und Jugendlicher besonderen Handlungsbedarf auf. Dabei verzeichnen speziell die Gemeinden Friedeburg und Wittmund im Binnenland relativ hohe Bevölkerungsverluste. Treffen die Prognosen zu, schrumpft die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2030 insgesamt um etwa 5 %. Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter wird sogar um mehr als 15 % zurückgehen, bei Kindern und Jugendlichen wird der Rückgang über 20 % betragen.

Das Modellvorhaben Land(auf)Schwung

Die Zukunft unseres Landkreises liegt den Menschen, die hier leben (wollen) sehr am Herzen. Nimmt deren Zahl ab, werden wir unter anderem den Umfang und die Qualität und die Infrastruktur und wichtige Elemente der Daseinsvorsorge nicht mehr halten - geschweige denn ausbauen können. Amtliche Prognosen weisen in diese Richtung, berücksichtigen aber allenfalls ansatzweise die hohe und steigende Zuwanderung in unserem Landkreis - insbesondere von Flüchtlingen aus Kreisen und Kriegsgebieten. In der Summe wird deren Zahl bis 2020 deutlich über den prognostizierten Bevölkerungsverlusten liegen. Darin sehen wir unsere Chance! Wir wollen insbesondere die unternehmerischen Zuwanderer - auch aus Nordrhein-Westfalen und dem westeuropäischen Ausland - bei uns halten, ihre Kompetenzen und Talente für unsere regionale Entwicklung in wert setzen und und so - nicht zuletzt - auch die Abwanderung unserer jungen Menschen stoppen. Unser Zukunftskonzept steht deshalb unter dem Leitmotiv "Migration als Schlüssel zur Regionalentwicklung".